So dolle sind E-Mails nämlich vielleicht gar nicht

18 Jan

Elektronische Post ist vielleicht gar kein Kommunikationsmittel, sondern ein Anti-Kommunikationsmittel. Forscher raten beispielsweise, in Konfliktfällen keinesfalls nur Email zu greifen, wie der österreichische Standard vermeldet:

Gerade für Teams sind E-Mails nur bedingt geeignet. Wissenschaftliche Untersuchungen sind zu dem Schluss gekommen, dass wir in E-Mails schneller sarkastisch und für das Team unter dem Strich unproduktive Äußerungen tätigen. Konflikte zwischen Teammitgliedern sollten daher unter keinen Umständen via E-Mail ausgetragen werden. Denn in vielen Fällen kommt es zu Missverständnissen und emotionalen Kränkungen, die häufig in Eskalationen enden. Zur Klärung raten Fachleute auch aus zeitsparenden Gründen, lieber miteinander zu sprechen.

Nach einer Studie des britischen Henley Management College wird wertvolle Arbeitszeit durch unproduktives Herumstöbern in seinem Emailpostfach vernichtet, berichtet der Spiegel:

40 Minuten hochbezahlte Arbeitszeit werden tagein, tagaus durch E-Mails unproduktiv vernichtet, so eine europaweite Befragung des britischen Henley Management College unter 180 Führungskräften. Manager vergeuden im Lauf ihres Berufslebens also im Schnitt drei wertvolle Lebensjahre mit dem Sichten von überflüssiger, unnützer Post.

Man muss seine Emails noch nicht einmal lesen, um seine Zeit zu verschwenden. Es reicht, dass neue elektronische Post da sein könnte:

Auch das verführerische Computersignal "Sie haben Post!" ist der reinste Zeitfresser. Karen Renaud untersuchte dieses Phänomen näher. Die Befragten sagten, sie schauten allenfalls jede Stunde nach. Tatsächlich aber gingen sie ihre Mails alle fünf Minuten durch. Dabei sind die ständigen Unterbrechungen schädlich für den geistigen "Flow". Glaubt man einer Studie der Universität Cardiff und einer Studie von Thomas Jackson, dann brauchen wir schon für eine fünfsekündige Unterbrechung, ausgelöst etwa durch E-Mails, jedes Mal durchschnittlich 64 Sekunden, um uns wieder auf die alte Aufgabe zu konzentrieren.

107 Billionen Emails sind im Jahr 2010 verschickt worden, eine Zahl mit zwölf Nullen, wie der Internetdienst pingdom.com herausgefunden hat. Allerdings heißt das nicht, dass die Menschheit ungeheuer kommunikativ geworden sei. Denn ebenfalls laut pingdom.com sind 89 Prozent aller versendeten Emails Spam, also digitaler Werbemüll.

E-Mails vernichten täglich 40 Minuten Arbeitszeit – Netzpolitik – derStandard.at › Web

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Die journalistische Notfallpraxis im Web von Hektor Haarkötter