Intimrasur messerscharf bei der Zeit teil 2

19 Jul

Alte Soße in der Hose: Da hat die Zeit mal ein Thema, das im Biederbereich hanseatischer Verkorkstheit wohl als provokant gelten soll, da löst es sich auch schon wieder in Luft auf: Statistisch ist die in der Zeit kolportierte Zahl, nach der fast 70 Prozent der Männer intimrasiert seien, nicht haltbar.

Selbst der Leipziger Psychologe Brähler wartete noch im vergangenen November mit Zahlen auf, die um einiges spektakulärer geraten waren als sein jetziges Ergebnis. Damals hieß es, unter Studenten enthaarten sich bereits 88 Prozent der Frauen und 67 Prozent der Männer die Intimzone. Die Nachricht geht seither durch die Medien. Freilich wurden damals nur rund 300 Studenten an der Uni-Klinik befragt. Die neue Umfrage dagegen lieferte erstmals repräsentative Resultate von 2512 Testpersonen – und prompt sank bei den jungen Männern die Intimrasur-Quote von knapp 70 auf etwas über 20 Prozent. Wie kann das sein? "Das wissen wir nicht", sagt achselzuckend Brähler, ein vielbeschäftigter Mann, der gerade, wie er sagt, "23 Forschungsprojekte zugleich" laufen hat. Gleichwohl bleiben die alten Zahlen in der Welt.

Man fragt sich: Was ist mit den Männern an der Uniklinik Leipzig los? Finanziert werden solche Studien laut Spiegel Online von Firmen wie Gillette, Philips oder Wilkinson, allesamt messerscharfe Rasiererhersteller, die mit der nackten Scham so viel verdienen, dass sie sich nicht groß schämen werden.

Körperkultur – Spiegel Online

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