Archive for the ‘Medien’ Category

Kino: Bescheidener Erfolg


22 Sep

Es geht doch! Trotz allem Größenwahn, der mit Hollywood gemeinhin verbunden wird, bleiben manche Granden der Branche bescheiden. Zum Beispiel Regisseur Christopher Nolan, der von Digitalfernsehen.de zitiert wird mit den Worten:

Triumph trotz Selbstzweifel: “Inception” spielte bislang weltweit mehr als 750 US-Dollar ein. Regisseur Christopher Nolan war aber vom Erfolg des Thrillers anfangs nicht überzeugt.

Ein Einspielergebnis von ganzen 750 Dollar: Das ist Neue Übersichtlichkeit!

Regisseur Christopher Nolan: “‘Inception’ war finanzielles Risiko” – DIGITALFERNSEHEN.de

Fragwürdiger Journalismus: Endlich mit Warnhinweis!


21 Sep

Was ist ein “geek comedian”? Das englische Wort “geek” bedeutete ursprünglich (ähnlich wie das deutsche Wort “Geck” oder “jeck”) einen Einfaltspinsel oder Toren. In den 1990er Jahren vollzog sich eine interessante semantische Verschiebung: Seitdem´bezeichnet “geek”, ähnlich wie das verbreitetere “nerd”, einen Technik- und Computerenthusiasten. Ein “geek comedian” ist also jemand, der sich obsessiv über Computer und ihre Benutzer lustig macht.

Tom Scott ist so ein “geek”. Nun hat er einen brillanten Coup gelandet. Er fragte sich nämlich schon geraume Zeit, warum eigentlich die Medien gerne Warnhinweise tragen, sobald sie Inhalte gewalttätigen oder sexuellen Inhalts präsentieren (in den USA zumal!), nicht aber ebensolche Warnhinweise, wenn sie völligen Unsinn von sich geben, sich korrumpierbar zeigen oder schlichtweg die Intelligenz ihrer Leser und Zuschauer beleidigen.

It seems a bit strange to me that the media carefully warn about and label any content that involves sex, violence or strong language — but there’s no similar labelling system for, say, sloppy journalism and other questionable content.

Also hat Tom Scott vorgelegt und selbst solche Warnhinweise verfasst. Praktischerweise hat er sie im Netz als pdf-Dokument zur Verfügung gestellt und für Label-Vordrucke ausdruckbar gestaltet.

journalist_warning

Neben der unverkennbar satirischen Absicht Scotts legt der “geek” den Finger in die offen klaffende Wunde des Journalismus, zumal des Online-Journalismus: Zwar tendierten Medien seit ihrer Erfindung zum Plagiat oder, um mit dem französischen Literaturwissenschaftler Gerard Genette zu sprechen, zum “Palimpsest”. Aber in Zeiten von copy&paste hat der Mediennutzer kaum noch eine Chance, selbst herauszufinden, wie zuverlässig, exklusiv oder originell eine Information überhaupt noch ist. Mittlerweile treten per “books on demand” schon Buchverlage an, die unüberprüft Druckwerke aus Wikipedia-Inhalten herstellen. Ein expliziter Hinweis der Verfasser wäre hier tatsächlich die einzig verbliebene Chance, Inhalte zu verifizieren.

Der österreichische Webdesigner Robert Harm hat die Labels ins Deutsche übertragen und ebenfalls im Internet zur Verfügung gestellt.  Er hat eine Liste von 10 journalistischen Kardinalsünden zusammengetragen, für die er Warnhinweise gestaltet hat:details-journalismus

  • “Dieser Artikel enthält nicht verifizierte Informationen ohne Quellenangaben aus Wikipedia”
  • “Dieser Artikel beruht auf einem unbestätigten Gerücht”
  • “Um künftige Interviews nicht zu gefährden, wurden wichtige Fragen nicht gestellt”
  • “Dieser Artikel ist eigentlich eine abgeschriebene Pressemitteilung”
  • “Umfrageergebnisse, Statistiken und/oder Analysen in diesem Artikel wurden von einer PR-Firma gesponsert”
  • “Um den Redaktionsschluss einzuhalten, wurde dieser Artikel von einer anderen Quelle abgeschriebenen”
  • “Der Verfasser versteckt die eigene Meinung hinter ‘manche Leute behaupten’”
  • “Medizinische Aussagen in diesem Artikel wurden NICHT von peer-reviewten Studien bestätigt”
  • “Kann Spuren von beleidigenden oder diskriminierenden Gedanken enthalten”
  • “Dem Journalisten mangelt es an Fachkenntnis zu diesem Thema”

Übrigens, auch dieser Artikel hier ist mit Vorsicht zu genießen: “Um den Redaktionsschluss einzuhalten wurde er von einer anderen Quelle abgeschrieben “. Außerdem enthält er “nicht weiter überprüfte Links auf Wikipedia“.

Journalism Warning Labels « Tom Scott

Der Bürgerkrieg in unseren Handys


23 Aug

Es gibt unter den durch das Medienzeitalter ausgelösten Depressionen auch solche, für die ein rasches Antidot nicht leicht bei der Hand ist. Da gefriert einem doch das Blut in den Adern, wenn man liest wie am vergangenen Wochenende in der F.A.Z., dass wichtige Rohstoffe für unsere schöne neue Welt aus elektronischen Gadgets mit Bürgerkrieg etwa in Afrika bezahlt wird.

Neben Blei, Kadmium und ähnlich toxischen Stoffen enthalten unsere alltäglichen Begleiter wie Mobiltelefone, Kameras und Laptops auch Metalle, die an sich unbedenklich sind: Gold, Zinn, Wolfram und Tantal. Und doch sind gerade diese die ethisch bedenklichsten, ja blutigsten, nämlich sofern sie – was für einen großen Prozentsatz zutrifft – aus dem Osten der Demokratischen Republik Kongo stammen. Bewaffnete Gruppen, von denen es nach Schätzung des Botschafters der Demokratischen Republik Kongo in den Vereinigten Staaten, Faida Midifu, etwa fünfundzwanzig gibt, darunter ugandische, ruandische und burundische Rebellengruppen sowie korrupte nationale Armee-Einheiten, zwingen die Bevölkerung unter grauenhaften Bedingungen zum Abbau der Bodenschätze, welche dann zu Schleuderpreisen auf den Weltmarkt gelangen.

Von “Bluthandys” sprechen bereits Nichtregierungsorganisationen wie das „EnoughProject“, „Human Rights Watch“ oder „Global Witness“. Hier muss Druck vonseiten der Verbraucher auf die Hersteller ausgeübt werden wie von jenem kritischen Geist, der Apple-Chef Steve Jobs eine Email schrieb und schon nach einer Stunde per SMS Antwort von Jobs persönlich erhielt, in der davon die Rede war, dass man die Lieferanten verpflichte, „conflict few materials“ zu liefern. Doch gebe es keine Garantie, und es sei chemisch noch nicht möglich, den Ursprung der Mineralien bis zur Mine zurückzuverfolgen. Intrikat ist schon Jobs’ stillschweigende semantische Verschiebung von “conflict free” in “conflict few”, für die er von der Netzgemeinde bereits gehörig Prügel einstecken musste. Aber auch die Behauptung der Nichtnachweisbarkeit ist so nicht aufrechtzuerhalten:

Den „Coltan-Fingerprint“, einen forensischen Nachweis, der die Herkunft der Tantalerzkonzentrate durch Abgleich mit einer riesigen Datenbank eindeutig zu lokalisieren vermag, hat die deutsche Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in dreijähriger Arbeit entwickelt. Ebendies wurde hierzulande vor einem halben Jahr als großer Durchbruch gefeiert. Doch erklärt der zuständige Forscher Frank Melcher im Gespräch mit dieser Zeitung, die Technik sei zwar prinzipiell einsatzbereit, werde aber nicht eingesetzt.

Den ganzen Artikel gibt es bei FAZ-online zu lesen:

Krieg in Kongo: Auf der dunklen Seite der digitalen Welt – Digitales Denken – Feuilleton – FAZ.NET

Der Frosch: ein Medium?


20 Aug

Zu den Aporien des Medienzeitalters gehört es, nicht so genau definieren zu können, was eigentlich ein Medium so genau sein soll. Stefan Münker und Alexander Roesler fassen die Diskussion in ihrem Suhrkamp-Buch Was ist ein Medium? zusammen:

Ein Stuhl, Rad, ein Spiegel (McLuhan), eine Schulklasse, ein Fußball, ein Wartezimmer (Flusser), das Wahlsystem, der Generalstreik, die Straße (Baudrillard), ein Pferd, das Dromedar, der Elefant (Virilio), Grammophon, Film, Typewriter (Kittler), Geld, Macht und Einfluss (Parsons), Kunst, Glaube und Liebe (Luhmann).

Kein Wunder, dass da selbst ein Frosch als Medium bezeichnet werden kann. Diesen interessanten Gedankengang verfolgt nämlich im selben Buch Medienforscher Stefan Rieger. Der Naturforscher Luigi Galvani experimentierte im 18. Jahrhundert als einer der ersten mit Elektrizität. Als er einst einen Frosch sezierte, soll die Spitze eines Skalpells eine Verbindung zur Elektrisiermaschine hergestellt haben, und siehe: Die Schenkel des toten Froschs erwachten zum Leben und zuckten. Galvani hatte die “animalische Elektrizität” entdeckt und der Frosch galt fortan als Medium des Stroms:

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Den zugehörigen Vortrag Riegers kann man sich auch im Internet ansehen:

http://www.formatlabor.net/media/Rieger-Vortrag.mp4

Telefon: Noch ein sterbendes Medium?


12 Aug

Telefonieren scheint irgendwie out zu sein. Zwar gibt es mittlerweile fast so viele Handys wie Menschen auf der Erde, nämlich 5 Milliarden, aber telefoniert wird damit offenbar eher seltener. Dies ist das Ergebnis einer neuen Nielsen-Studie. Statt der Telefonie wird das Mobilgerät wohl eher für Textnachrichten, mobiles Internet oder fürs Spielen verwendet.

Schon 2008 [extern] stellte Nielsen fest, dass die Handybenutzer weit mehr SMS erhalten oder versendet, als sie telefoniert haben. Und erwartungsgemäß drehte sich das Verhältnis mit zunehmendem Alter um. Bei den 35- bis 44-Jährigen hielten sich Telefonieren und SMS etwa die Waage, ab 45 Jahren überwog das Telefonieren, während vor allem die 13- bis 17-Jährigen achtmal so viele SMS empfangen oder verschicken als sie telefonieren.

Stirbt das Telefon aus?

TP: Telefonieren? Nur, wenn es unbedingt sein muss

Wir bizarr ist die Welt? Manipulation der Medien


04 Aug

Eine private Internetseite, die wie Die_Welt_ist_bizarr ein krudes Panoptikum aus Verschwörungstheorie, moderner Physik und Medienkritik sammelsurisiert, ist vermutlich genau das, was allgemein unter einer privaten Website verstanden wird und womöglich wirklich einen guten Teil des Internets ausmacht. Und auch der unter dem Stichwort “Manipulation der Medien” dargebotene Artikel eines Dr. Tim O’Shea ist an Kruditäten nicht arm, die ihn für besagte Website passend machen. Aber innerhalb dieses Artikels gibt es doch eine sehr schöne Stelle, an der der Autor Reflexionen über die beschädigte Intelligenz im Medienzeitalter einstreut.

Die Skalen der "SAT" (Scholastic Aptitude Tests, die Aussagen über die allgemeinen schulischen Leistungen aller Schüler ermöglichen sollen) würden, so O’Shea, willkürlich immer weiter herabgesetzt, um zu vertuschen, wie dumm und dümmer Kinder von Jahr zu Jahr würden. Als bestätigendes Experiment schlägt der Autor vor, einem beliebigen Abschlussstudenten ein Buch von Dumas oder Jane Austen zu reichen und ihn zu bitten, von einer zufällig aufgeschlagenen Seite nur einen Absatz laut vorzulesen. Das radebrechende Ergebnis erklärt O’Shea mit dem intellektuellen Niveau der Medienerzeugnisse, das in auffälliger Weise mit demjenigen ihrer Nutzer korreliere:

Beobachten sie die Entwicklung des intellektuellen Niveaus des durchschnittlichen Kinofilms (der dieser Tage nur mehr ein bis zwei Wochen im Kino zu sehen ist, vor allem wenn er nicht ausreichend Explosionen, Verfolgungsjagden, Silikon, angeblichen Kampfsport und schwachsinnige Dialoge hat).
Radio? Bedenken Sie die geringe geistige Qualifikation der gekünstelt bewegten üblichen Affen, die als DJ`s eingestellt werden – es wirkt, als ob man ihnen nur 50 verschiedene Gedanken erlaubt habe, die sie einfach zufällig wiederholen.
Und zu welchem Zeitpunkt ließ die Popmusik von der Anforderung des Studiums eines Musikinstruments oder der Theorie an sich ab, von Lyrik ganz zu schweigen? Vielleicht verstehen wir bloß diese aufkommende Form von Kunst nicht, oder? "Darwinismus" ä la MTV: der Affe stammt vom Menschen ab.
Ist Ihnen je aufgefallen, dass alle Hochglanzmagazine wirken, als ob sie vom selben Typen geschrieben seien?
Und als ob dieser Schreiber gerade die Grundschule hinter sich gebracht habe? Und doch hat der Kerl all die korrekten Meinungen über soziale Angelegenheiten wiedergegeben. Keine originellen Ideen zwar, dafür aber jene flache, selbstgefällige und homogenisierte Allwissenheit, uns zu versichern, dass alles in Ordnung ist. Ja, alles ist in Ordnung.

die.welt-ist.biz/arr – Manipulation der Medien

Italien: Wenn Journalisten zu sehr schweigen


09 Jul

Es gibt ja verschiedene gute Gründe für Journalisten, einfach mal den Mund zu halten. Nicht der schlechteste ist der, weswegen Journalisten überall in Italien heute in den Streik getreten sind. Die Zeitung, die leider nie schweigt, nämlich der Kölner Stadtanzeiger, weiß zu berichten:

Der Protest richtet sich gegen das "Maulkorbgesetz" der Mitte-Rechts-Regierung, das unter anderem drastische Strafen für Medien und Journalisten vorsieht, die "unrechtmäßig" Ermittlungsakten oder mitgeschnittene Gespräche veröffentlichen.

Nota bene, der Initiator des Gesetzes, der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi, ist als Medientycoon selbst einer der größten Zeitungsherausgeber Italiens. Auch Berlusconi schweigt leider nie. Stattdessen formuliert er ein Gesetz nach dem anderen, das, für Außenstehende offensichtlich, nur den einzigen Zweck hat, ihn selbst, seine mutmaßlich nicht immer sauberen Gesetze und seine ebenfalls mutmaßlich kriminellen Verbindungen beispielsweise zur organisierten Kriminalität zu decken.

Der Widerstand der Journalisten reicht von rechtsliberal bis links. So wollen sich Zeitungen wie "Corriere della Sera", "la Stampa" und "La Repubblica" an dem Protest beteiligen. Ihrer Ansicht nach ist der Gesetzentwurf, der den Senat schon passiert hat und Ende Juli von der Abgeordnetenkammer behandelt werden soll, nicht hinnehmbar. Vor einer Woche hatten in Rom bereits Tausende von Journalisten, Kulturschaffenden und Oppositionellen gegen das Gesetz demonstriert. Dazu hatte der Journalistenverband FNSI aufgerufen, der auch den "Informations-Blackout" organisiert.

Das Maulkorb-Gesetz verneint das Bürgerrecht auf Information An Berlusconi verzweifeln heißt an Italien verzweifeln. Denn des Cavaliere Regierungsgebahren erinnert doch zu sehr an das Geschäftsgebahren jener ehrenwerten Männer, in deren Würgegriff Italien in weiten Landesteilen zu einer heruntergekommenen, unregierbaren und korrupten Weltgegend verkommen ist. Dabei darf nicht vergessen werden, dass Berlusconi demokratisch gewählter Ministerpräsident jenes Landes ist, das mit der Seele zu suchen wir Deutschen immer noch nicht lassen können. “Demokratisch” versteht sich in jenen engen Grenzen, die das Amalgam aus Wirtschaftspower und Medienmacht zieht, die sich Berlusconi auf mutmaßlich nicht völlig saubere Weise verschafft hat. Diese Mutmaßungen jedenfalls legt nicht zuletzt er selbst mit seinen immer bizarreren Gesetzesinitiativen sehr nahe. Ein Mann mit sauberer Weste hätte solche Gesetze nicht nötig. Und was den Journalistenstreik angeht: Ein Tag ohne Tageszeitung muss kein schlechter Tag sein.

Il senso del silenzio – Repubblica.it

taz: Die Machtergreifung der Medien


05 Jul

Eine schöne Fundstelle bei der taz online brachte diese Glosse über die Machtergreifung der Leitmedien von Tom Schimmeck:

BERLIN, 3. Juli 2010 taz | Zwei Wochen nach dem spektakulären “Presseputsch” mühen sich Deutschlands neue Machthaber um eine Beruhigung der Lage. Kai Diekmann (vormals Bild), am vergangenen Mittwoch nach einer stürmischen Nachtsitzung im ehemaligen Kanzleramt zum Vorsitzenden des “Rates der Pressegeneräle” gewählt, sprach von einer “notwendigen Konsolidierung”. Stolz präsentierte er ein persönliches Glückwunschtelegramm von Papst Benedikt.

“Die Machtübernahme durch die Leitmedien”, erläuterte Diekmanns Vorgänger Dirk Kurbjuweit (ex Spiegel) vor ausgewählten Schreibsoldaten im Café Einstein Unter den Linden, habe man “eben hier” bei einem zufälligen Treffen führender Alpha-Journalisten “spontan beschlossen”. Allen Anwesenden sei ein Putsch plötzlich “als einzig logische Folge” ihrer Kommentare und insbesondere des Spiegel-Titels vom 14. Juni (“Aufhören!”) erschienen.

Der ganze Beitrag findet sich hier:

Die Machtergreifung der Medien: “Ein Akt nationaler Notwehr” – taz.de

War Bischof Mixa berufen?


21 Jun

Priesterweih Mein Gott! Als Zeitungsleser dürfte der Liebe Gott momentan nicht wirklich Freude haben. Was man nicht dieser Tage alles von katholischen Geistlichen, insonderheit den kürzlich zurückgetretenen Augsburger Bischof Mixa lesen muss:

Nicht nur die angeblichen sexuellen Übergriffe, auch der offenbar massive Alkoholabusus des Ex-Bischofs kommen in der Akte zur Sprache. Demnach wird Mixa als sogenannter “Spiegeltrinker” bezeichnet, der seinen Alkoholpegel über den Tag hinweg halten müsse. Als “vor dem Hintergrund der Krankheit sogar erklärbar” bezeichnet die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” den Gedächtnisverlust Mixas in Sachen Gewaltexzesse gegen Kinder.

Eine Frage drängt sich mir so sehr auf, dass sie bisher noch kein Journalist öffentlich gestellt hat: Bischof zu sein, ist ja nicht irgend ein Job, sondern es ist eine Berufung. Auf der Website des Bistums Speyer ist zu lesen:

Man erfindet sich nicht eine Berufung, man empfängt sie. Von Gott.

Gott hat eine Idee für dich.
Du bist ihm wichtig.
Und er möchte, daß dein Leben gelingt.
Für ihn bist du nicht irgendwer, sondern jemand Besonderes.
Deine Aufgabe ist es, diesen Weg für dich zu entdecken und ihn dann auch zu gehen.
Das ist eine spannende Sache, schließlich geht’s um dein Leben.
Du hast die Chance, etwas Großartiges daraus zu machen!

Nun frage ich mich: Wenn Bischof Mixa zu seinem Amt von Gott berufen war, wie konnte das alles geschehen? Hat Gott sich womöglich bei der Berufung geirrt? Oder war Mixa gar nicht berufen? Wie hat er dann ein solch hohes Amt erringen können? Dieser Blog hat ja einige religiös vorgebildete Menschen — ich bitte Sie um Antworten!

Neue Missbrauchsvorwürfe: Mixa soll Bistum Augsburg verlassen – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Panorama

Es ist ein Fenster!


16 Jun

Dass Medien für Durchblick sorgen, ist einer der am weitesten verbreiteten Mythen der Mediengesellschaft. Selten aber wurde die These so sinnbildlich vorgeführt wie in der Fußgängerzone der Universitätsstadt Göttingen. Hier wurde auf dem Marktplatz ein “digitales Schaufenster” installiert, und siehe: Es ist ein Fenster. Aber sehen Sie selbst:

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In Göttingen kann man eben den Durchblick behalten…

Anti-Medien-Blog

Medienkritisches Antidepressivum von Hektor Haarkötter